Fragen zum Teich reinigen

Es gibt kaum etwas Schöneres, als einen gepflegten Schwimmteich oder Gartenteich am Haus.

Ein sorgfältig geplanter und professionell angelegter Teich ist der Mittelpunkt des Grundstücks und eine Oase für Körper und Geist. Der entscheidende Unterschied zu einem Pool ist der, daß Pflanzen und tierische Bewohner im Teich gewollt sind und alles möglichst ohne Chemie funktioniert. Das perfekte Gleichgewicht im Teich stellt sich immer erst nach einiger Zeit ein. Ich vergleiche das gern mit einem Aquarium. Wer glaubt, daß nach dem Wasser einfüllen und Pflanzen einsetzten alles gleich optimal läuft, liegt falsch. Geduld ist das Zauberwort. Trotzdem ist unser Teich aufgrund seiner geringen Größe im Vergleich zu natürlichen Gewässern, auf regelmäßige Unterstützung angewiesen. Wer dauerhaft klares Wasser im Teich haben möchte, kommt um die regelmäßige Reinigung nicht herum.

Keine Sorge, der Aufwand hält sich in Grenzen – wenn man einige Grundregeln beachtet.

Wieso muß ich den Teich reinigen, sieht doch gut aus?

Ganz einfach, alle Lebewesen im Wasser, ob Pflanzen oder Tiere haben ihren normalen Lebenszyklus. Pflanzenteile sterben ab, Wasserorganismen wie Schnecken, Algen und Wasserkäfer und anderes Getier sinken irgendwann zum Teichgrund und werden dorz zu Schlamm. Ausserdem trägt der Wind jede Menge Staub, Pollen und Blätter in unseren Teich. Wer zudem noch Fische im Teich untergebracht hat, weiß, daß deren Futter ebenfalls als Verdauungsprodukt endet und auf dem Teichboden landet. Das alles wird unweigerlich zu „Sediment“. Wer einen Schwimmteich besitzt weiß, daß sich auf dem Teichboden immer eine dünne Schlammschicht befindet, die man beim Baden aufwirbelt und die das Wasser trübt. Ausserdem enthält der Schlamm jede Menge Nährstoffe und bildet somit die Grundlage für ein üppiges Algenwachstum. Und das ist ja das Letzte, was wir gebrauchen können. Fazit: Der Schlamm muß regelmäßig entfernt werden! So haben Algen keine Chance und je mehr Du badest umso besser – denn dann gelangen auch die letzten aufgewirbelten Schwebeteilchen in den Filter bzw. Filtergraben.

Ungetrübte Badefreuden, auch im Hochsommer bei 26 ° Wassertemperatur - klares Wasser

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Wann ist die beste Zeit, um den Teich zu reinigen?

Das Frühjahr ab März ist eine gute Zeit. Auch über den Herbst und Winter sind noch Pflanzenteile im Teich gelandet und haben auf dem Grund eine schöne kompakte Schlammschicht gebildet. Jetzt, wenn die Sonne kräftiger wird und das Wasser mit Licht und Wärme versorgt, sollten wir überflüssige Nährstoffe aus dem Teich entfernen, um den Algen nicht allzuviel Nahrung zu überlassen. Schließlich sind Algen in all ihren Formen das Hauptärgernis jedes Teichbesitzers und werden mit allerlei Technik und „Mittelchen“ bekämpft. Aus Erfahrung kann ich sagen, daß ich nach einigen Experimenten meinen Schwimmteich ganz ohne Chemie und ohne teure Filter und Pumpen klar bekommen habe. Und das kannst Du auch! Wie ich das geschafft habe, werde ich Dir noch genauer erklären.

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Was muß ich bei Planung und Bau des Gartenteiches beachten, um später die Reinigung zu vereinfachen?

Wer bereits bei der Planung und dem Bau seines Fisch- oder Schwimmteiches einige Grundregeln beachtet hat, ist klar im Vorteil. Solltest Du selbst noch in der Planungs- oder Bauphase sein, kannst Du folgende Maßnahmen treffen, die Dir später das Leben beim Reinigen des Teiches erleichtern:

  1. Plane den Teich so groß und tief (optimal ab 1,20 bis ca. 1,80 m Schwimmtiefe) wie möglich. Je mehr Wasser im Teich ist, umso besser werden z.B. Temperaturschwankungen gepuffert. So werden auch längere Hitzeperioden im Sommer nicht gleich zur Katastrophe. Stichwort: Sauerstoffmangel, Fischsterben, Algenblüte.
Teichbau, Geovlies zum Schutz der Teichfolie
Foto meines Schwimmteiches in der Bauphase. Ich hatte ab 1,70 m Probleme mit Grundwasser. Eine Tauchpumpe hat das Ganze im Griff behalten.
  1. Gestalte den Teichgrund mit einem leichten Gefälle von gut und gern 10 % (auf 1 m = 10 cm Gefälle). So kannst Du sicher sein, daß sich der Schlamm immer an der tiefsten Stelle sammelt. Noch besser ist, wenn an der tiefsten Stelle eine Mulde (mit Gitterrost abgedeckt) im Teichgrund eingearbeitet wird, aus der sich regelmäßig der Schlamm einfach absaugen lässt.
  2. Plane einen Filtergraben ein, der an einer Seite des Teiches verläuft. Das geht zur Not auch nachträglich, wenn der Platz neben dem Teich ausreicht. Der Filtergraben ist eine Flachwasserzone von ca. 50 – 80 cm Tiefe. Dieser Bereich ist üppig bepflanzt und filtert das Teichwasser mechanisch (Absetzen von Schwebeteilchen) und biologisch durch den Entzug von Nährstoffen. Die Wasserzirkulation im Filtergraben kann mit geringem technischen Aufwand und sehr geringen Energiekosten realisiert werden. Ich persönlich nutze eine Pumpe mit gerademal 35 W, die aber aufgrund des Wirkprinzips (Mammutpumpe) eine sehr hohe Fördermenge garantiert. Das Prinzip ist derart einfach und störfrei, daß ich es nur jedem empfehlen kann.
  3. Vermeide Kalkstein oder anderes Material bei der Teichumrandung, welches Minerale ins Wasser abgibt. Dies sind alles Nährstoffe für Algen – und die wollen wir ja vermeiden…
  4. Wähle die richtigen Pflanzen für die Teichumrandung und den Filtergraben aus. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß z.B. die oft angepriesenen Rohrkolben und Kalmusarten nicht so perfekt sind. Diese haben dicke Wurzelstöcke (Rhizom) die nach der Vegetationsperiode absterben und zu einem übelriechendem Schlamm werden, den man wirklich nicht jedes Jahr entfernen will. Ich habe eine Pflanze ausfindig gemacht, die für diesen Zweck perfekt ist und deren Wurzeln niemals zu Schlamm wird! Für die Teichumrandung gibt es sehr robuste und sogar für die Küche nützliche Pflanzen, die (fast) keine Pflege (außer ernten) benötigen. ? Hier erfährst Du mehr zu den Pflanzen,  mit denen ich die besten Erfahrungen gemacht habe.

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Benötige ich Chemie, um klares Teichwasser zu bekommen?

Regel Nummer 1 beim Teich ist: Geduld! Wer wie ich ein Aquarium besitzt, weiß wovon ich rede. Es braucht einfach etwas Zeit, bis der Teich sein biologisches Gleichgewicht gefunden hat. Von wegen Wasser rein, ein paar Pflanzen und am besten noch Fische – da kann man darauf warten, daß die verschiedensten Algen auftauchen. Aber das ist doch normal! Nach einiger Zeit beruhigt sich das Ganze, und wenn die Nährstoffe aufgebraucht sind, verschwinden auch die Algen wieder. klares Teichwasser - ohne Chemie

Hier ein Bild von meinem Schwimmteich im September. Na klar liegt ein bischen Schlamm am Boden – na und? Das Wasser ist glasklar, ganz ohne Chemie oder andere geheime Tricks. Wie ich das ganze Jahr klares Wasser im Teich habe, ohne viel Aufwand und irgendwelche Mittel aus dem Handel, werde ich Dir noch verraten – keine Sorge…

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Wie gehe ich mit tierischen Bewohnern im und am Teich um?

Tolerant und liebevoll natürlich ?. Spaß bei Seite. Natürlich stellen sich ein Vielzahl von Tieren am und im Teich ein. Das ist ein Zeichen dafür, daß Dein Teich funktioniert und alles „Bio“ ist. Trotzdem gibt es einiges zu beachten. Amphibien (Frösche, Kröten, Unken, Molche etc.) sind spannende Gäste und oft dauerhaft im Teich. Einige kommen aber nur zum Laichen und verschwinden dann wieder. Die Geräuschkulisse ist je nach Art zum Teil sehr dezent, z.B. bei der Kreuzkröte erinnert der Ruf an den „Gesang“ eines Vogels. Hier ein bildschönes Exemplar mit goldenen Augen.Kreuzkröte im Gartenteich

Ein Frosch hingegen kann während der Partnersuche schon ganz schön aufdrehen. Und das Beste: er tut es auch nachts… Bevor man hier mit Fangen und Umsiedeln aktiv wird, sollte man sich mit den örtlichen Umweltschützern, die z.B. auch die Krötenzäune aufbauen, kurzschließen. Sicher gibt es eine vernünftige Lösung, die den Gesetzen und den Interessen der Tiere und der Teichbesitzer gerecht wird.

Die vielen Insekten im und am Teich, von Libellen bis Wasserkäfern, stören nicht und sind immer interessant. Mückenlarven hatte ich übrigens noch nie im Teich. Das liegt sicher auch daran, daß das Teichwasser nie so richtig ruhig wie eine Pfütze steht. Der Wind und einige kleine Wellen scheinen auszureichen, um das Gewässer für Mücken unattraktiv zu machen. Was etwas lästig werden kann, sind Rückenschwimmer. Quelle: Wikipedia | Von Holger Gröschl - http://www.naturspektrum.de/ns1.htm, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=850991Diese kleinen Biester können fliegen und somit ist kein Teich vor ihnen sicher. Eigentlich sind Rückenschwimmer harmlos. Sie ernähren sich von ins Wasser gefallenen Insekten und saugen diese aus. Nur im Schwimmteich kann ein Rückenschwimmer schon mal weniger freundlich sein. Die Tiere besitzen einen Stechrüssel, um in ihre Beutetiere Gift zu injezieren. Fühlt sich der Rückenschwimmer bedroht oder bedrängt, z.B. im Bikini-Oberteil (autsch), dann nutzt er diese Waffe. Ich habe aus Unwissenheit mal einen Rückenschwimmer mit dem Kescher gefangen und zwischen die Finger genommen, um ihn genauer zu betrachten – das mache ich nie wieder. Der Stich gleicht dem einer Wespe und der Schmerz hält auch eine Weile an – das muß man nicht haben. Dummerweise schmecken den Fischen die Rückenschwimmer zu allem Übel auch nicht. Aber auch dazu habe ich eine Lösung gefunden.

Nicht zu vergessen, die Vögel. Immer ein Schauspiel. Trinken und Baden. Vögel, die Du bislang nie wahrgenommen hast, besuchen den Teich. Bei mir sind z.B. Bluthänflinge (siehe Bild), Erlenzeisige, Stieglitze, Rotschwänzchen und Schafstelzen dabei. Die üblichen Verdächtigen, wie Tauben, Spatzen und Amseln natürlich immer. Und selbst ein Stockenten-Paar war längere Zeit Dauergast am Teich. Bluthänflinge am Teich

Fazit: Tiere gehören bei einem Naturteich (Schwimmteich oder Gartenteich) immer dazu. Wer einen sterilen Pool mit Chlor und allerhand anderer Chemie und Technik haben möchte, muß das für sich selbst entscheiden…

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Welche Pflanzen helfen wirklich, um Teichwasser biologisch zu klären und zu reinigen?

Ja, na klar. Wer schon mal einen Blick in einen der klaren Seen und Teiche voller Pflanzen geworfen hat, weiß, daß es irgendwie funktioniert. Natürlich wollen wir im Schwimmteich keine Pflanzen in der Schwimmzone – aber das Prinzip ist das gleiche. Pflanzen am Teichrand und im Filtergraben ziehen Nährstoffe aus dem Wasser, was das Algenwachstum verhindert oder eindämmt. Feines Wurzel- oder Blattwerk einiger Pflanzen wirkt dazu noch als mechanischer Filter, in dem sich Schwebeteilchen verfangen. Oft reicht es aus, mal einen kleinen Ausflug in die Natur, zum nächsten Wassergraben zu machen, um dort ein paar passende Pflanzen zu finden. Brunnenkresse, Pfennigkraut (Bilder unten) und Mauer-Zimbelkraut sehen prima aus und blühen sogar. Letzteres war auf einmal da und blüht das ganze Jahr. Eine hübsche, stressfreie Pflanze. Vor Schilf und Bambus sollte man sich allerdings hüten. Die Wurzeln sind brutal und können sogar die Teichfolie beschädigen. Diverse Rohrkolben und Kalmusarten verwende ich persönlich nicht mehr. Deren dicke Wurzelstöcke vermodern im Herbst und werden zu einer übelriechenden Masse. Nicht gerade das, was man jedes Jahr auf´s neue entfernen möchte. Es gibt bessere Lösungen in Hinblick auf Filterwirkung, Robustheit und leichter Pflege. Weitere Tipps dazu hier…

Pfennigkraut am Teichrand - zieht Nährstoffe aus dem Wasser

Mauer-Zimbelkraut am Teichrand-eingeschleppt und einfach hübsch

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